«Tanzen trägt mich durch alle Hochs und Tiefs»

    Während den letzten 25 Jahren hat Monika Linder ihr Ballett- und Tanzstudio Linder in Zofingen mit viel Herzblut und Leidenschaft aufgebaut, weiterentwickelt und zu einer renommierten Adresse für Tanz und Bewegung in Zofingen gemacht. Grund genug, dieses Jubiläum anfangs Mai mit einer eindrucksvollen Show im Stadtsaal zu feiern. Die rund 250 Schülerinnen und Schüler zeigten in «die kleine Meerjungfrau» das ganze Spektrum der Tanzkunst – eine farben- und klangvolle Hommage an die Lebensfreude.

    (Bilder: zVg) Ein Leben für den Tanz: Monika Linder führt mit viel Passion seit 25 Jahren ihr Ballett- und Tanzstudio.

    Tanzen ist für Monika Linder mehr als ein Beruf, viel mehr Berufung und Leidenschaft: «Ich könnte nicht ohne Bewegung leben, ich brauche das Tanzen, damit meine Seele ins Schwingen kommt.» Die erfahrene Tanzlehrerin und Profitänzerin steckt viel Herzblut in den Tanz, ihren Unterricht und ihre legendären Aufführungen. Wer sie kennt, ist nicht überrascht von dem fulminanten Feuerwerk an Farben, Glamour, Glitzer, Formen, Bewegungen, Technik, Anmut und Eleganz, gespickt mit einer Prise Akrobatik, die sie am ersten Maiwochenende mit ihrem Tanzteam sowie ihren 250 Schülerinnen und Schüler auf die Bühne bringt. Die Tanzpädagogin und Choreografin hat einmal mehr keinen Aufwand gescheut, und mit viel Liebe zum Detail, Erfahrung und Know-how Einblick in ihr tänzerisches Schaffen gegeben. Die sorgfältigen Vorbereitungen, das akribische Einstudieren der Tanzschritte und das harte Training seit dem letzten Herbst hat sich gelohnt.

    Leichtfüssige Schritte und fantastische Kostüme
    «Die kleine Meerjungfrau» geistert schon sehr lange im Kopf der diplomierten Balletttänzerin herum. «Dies ist das Lieblingsmärchen meiner Mutter Agnes. Jetzt war es einfach Zeit, dieses Stück endlich auf die Bühne zu bringen.» Dies auch als Dankeschön an Agnes Linder, die ihr all die Jahre im Hintergrund wie auch als Lehrerin für Rückengymnastik für die Senioren treu zur Seite steht. Nach der Musik von Scheherazade von Rimski-Korsakow, Wolfgang Amadeus Mozart, Johannes Brahms und vielen mehr komponierte Linder die Tanzstücke und verwebte Eleganz und Leichtigkeit, gepaart mit Geschmeidigkeit und Leichtfüssigkeit und einer grossen Portion Lebensfreude pur. «Ich muss immer zuerst die Musik hören, dann fallen mir die entsprechenden Schritten dazu ein.» Die grosse Herausforderung sind, alle Elemente und Tanzeinlagen – auch diejenigen Choreografien von ihren Lehrerinnen und Lehrern – so zu verbinden, dass daraus ein roter Faden entsteht, der das Publikum in eine magische Welt mitnimmt. Doch dies ist ihr auch dieses Mal meisterlich gelungen mit einem Potpourri aus Modern Dance, Jazz Dance, Hip-Hop, klassischem Ballett, Akrobatik sowie den zauberhaften Darbietungen der 21-jährigen Tänzerin Tamara Plüss. Das Tüpfchen auf dem i waren die zauberhaften Kostüme, welche aus dem Fundus der Ballett- und Tanzschule stammen oder grösstenteils von Mutter Agnes Linder und einer Schneiderin genäht wurden.

    Die Jubiläumsaufführung begeisterte das Publikum: Die 12 Meerjungfrauen, in der Mitte die Solistin Tamara Plüss.

    Tanz und Bewegung als Lebensexilier
    Monika Linder bringt seit über 20 Jahren mit ihrer unvergleichbaren Passion zu Tanz und Bewegung und ihrer lieblichen Energie die Gesichter ihrer Schülerinnen zum Strahlen. Nach einer Ausbildung zur Berufstänzerin und Engagements im Ausland, entscheid sie sich auf Input ihrer Mutter, ein eigenes Studio in Zofingen aufzubauen. Am 1. April 1999 eröffnete sie ihre Tanzschule im Molli Park. 2016 mietete sie noch die unteren Räume dazu, um parallel zu unterrichten. «Anfangs übernahm ich viele Tanzstunden, danach benötige ich Unterstützung, um die grosse Nachfrage bewältigen zu können. Mittlerweile sind es 260 Schüler von 3 bis 80 Jahren, die im Ballett- und Tanzstudio Linder der Tanzkunst frönen. Linder ist eine Macherin und hat so nebenbei immer wieder als Freelancerin an diverse Produktionen mitgewirkt, Choreografien entworfen und mit ihrem Team an Tanztheatern oder Aufführungen mitgewirkt.

    Jetzt mit 57 Jahren kann sie eine positive Bilanz ziehen: «Tanzen hat mich bis jetzt immer durch alle Hoch und Tiefs getragen, es ist mein Lebensexilier.» – «Je suis donc je dance» – das Zitat des weltberühmten französischen Balletttänzers und Choreografen Maurice Béjart – begleitet Linder ihre Leben lang und hat auch jetzt mit einem reifen Körper noch Gültigkeit: «Mein Kopf kennt jeden Schritt, jede Drehung und Bewegung, die körperlich bedingt teilweise nicht mehr gehen», erklärt Linder ohne Bedauern und Wehmut. Sie geht liebevoll und versöhnlich mit ihrem Körper um, und ihre Devise lautete: «Akzeptieren wie es ist, sich über die Kraft, die noch da ist freuen und die Bewegung geniessen.» Der Zeitgeist zeigt sich auch im Ballettunterricht anhand der Entwicklung ihrer Schülerinnen. «Heute sind gerade die jüngeren Kinder viel selbstbestimmter und selbstbewusster. Sie geben ein direktes Feedback, was ihnen passt und was nicht», stellt die engagiert und innovative Tanzlehrerin fest. Sie hofft, dass sie noch lange, weitere junge Generationen in die Welt des Tanzes entführen darf.

    Corinne Remund

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